Erkennen Sie Hautkrebs, wenn Sie ihn sehen?

BERLIN - Wir sehen Tag für Tag bei anderen, aber auch gelegentlich an unserem eigenen Körper auffällige Hautveränderungen. Alles Hautkrebs? Keineswegs. Aber zu achten ist nicht allein auf merkwürdig aussehende Muttermale!

Die Sonne hinterlässt Spuren auf unserer Haut. Die Haut altert, wird faltig. An manchen Stellen treten Pigmentunregelmäßigkeiten auf. Altersflecken werden sichtbar.
 
Nach dem UV-Lichtschaden kommt oft Hautkrebs

Zu viel Sonne verursacht dauerhafte Lichtschäden wie die Aktinische Keratose. Die Haut wirkt stellenweise rauh, esbildet sich eine flächig ein bräunliche "Lichtschwiele". Oft entwicklet sich hieraus unbehandelt ein Plattenepithelkarzinom.
 
Vor allem die dem UV-Licht ausgesetzten Körperareale sind betroffen, bei allen, die viel und ausgiebig Sonnenbaden jedoch möglicherweise auch andere Stellen.
 
Basalzellkarzinom (Basaliom, "Weißer Hautkrebs")

Das Basalzellkarzinom ist ein Tumor des Deckgewebes (Epithels) der Haut. Verursacht wird dieser Hautkrebs meist durch intensive Sonneneinstrahlung. Nase, Gesicht, Stirn, Schläfe, Ohren, also die der Sonne besonders intensiv ausgesetzten Hautregionen, sind in vier von fünf Fällen betroffen.
Das Basalzellkarzinom schädigt das umliegende Gewebe und kann unbehandelt selbst Kochengewebe zerstören, bildet aber nur in extrem seltenen Fällen Metastasen. In Deutschland erkranken von 100.000 Einwohner nach den neuesten epidemiologischen Daten 166 jährlich an einem Basaliom.

Dermatologen unterscheiden eine Vielzahl von Erscheinungsformen des Basalioms:
  • das knotige Basaliom
  • das nach innen wachsende (zikatrisierende) Basaliom
  • das narbig-flache (sklerodermiforme) Basaliom
  • das sich oberflächlich ausbreitende (exulzerierende) Basaliom
  • das zerstörerisch wachsende Basaliom (Ulcus terebans)
  • das pigmentierte Basaliom
  • das sich oberflächlich (meist am Körperstamm) ausbreitende Rumpfhautbasaliom
Das Basaliom tritt oft erst im späteren Lebensalter – jenseits der 60 – auf. Doch Hautärzte beobachten, dass veränderte Verhaltensweisen in der Freizeit und im Urlaub dazu führen, dass zunehmend auch jüngere Menschen erkranken.
 
 
Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Spinalzellkarzinom, Stachelzellkrebs, "Weißer Hautkrebs")
Wie das Basalzellkarzinom entwickeln sich Plattenepithelkarzinome in erster Linie auf schwer lichtgeschädigter Haut bei bereits vorhandenen Krebsvorstufen wie Aktinische Keratosen oder Morbus Bowen.

Immunsupprimierte Patienten (etwa nach Transplantationen) haben ein besonders hohes Risiko, an dieser bösartigen Form von Hautkrebs zu erkranken. Das Plattenepithelkarzinom ist nach dem Basalzellkarzinom der zweithäufigste Hautkrebs.
 

In Deutschland treten jedes Jahr etwa 85 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 65 bis 70 Jahren.

Die Prognose des Plattenepithelkarzinoms ist besser als jene des Melanoms, aber schlechter als die des Basalioms. Eine Metastasierung kommt etwa in 10 Prozent der Fälle vor.


Malignes Melanom (Melanom, "Schwarzer Hautkrebs")
Das Maligne (=bösartige) Melanom ist ein hochgradig aggressiver Tumor der Pigmentzellen. Diese Krebsform ist die am häufigsten tödlich verlaufende Hautkrankheit mit weltweit stark steigender Anzahl an Neuerkrankungen.

In Mitteleuropa werden zur Zeit ca. 12 bis 18 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner jährlich verzeichnet, in Australien und dem Süden der USA liegt die Rate der Neuerkrankungen bei 30 bis 45 auf 100.000 Einwohner pro Jahr.

Insgesamt erkranken in Deutschland nach Hochrechnungen des Krebsregisters in Schleswig-Holstein 28.100 Einwohner jedes Jahr an schwarzem Hautkrebs. Das sind 24 Menschen je 100.000 Einwohnern und es entspricht den durchschnittlichen Neuerkrankungen im westlichen Europa. In Australien liegen die Neuerkrankungen mit 54 pro 100.000 Einwohner deutlich höher.

Rund 2700 Menschen sterben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland infolge eines malignen Melanoms. 
 

Bei Malignen Melanom können fünf Subtypen unterscheiden werden: Am häufigsten ist das oberflächlich spreitendes Melanom, gefolgt von einer knotigen Variante ( Noduläres Malignes Melanom). Seltener sind die Lentigo-maligna-Melanom (LMM), das akrolentiginöse Melanom (ALM) an den Fingern oder Zehen (besonders tückisch unter den Nägeln)sowie das besonders tückische, weil unpigmentierte amelanotische Melanom (AMM). Darüber hinaus gibt es weitere, seltene Sonderformen.

Die Prognose ist buchstäblich eine Frage von Millimetern. Bei dünnen Melanomen mit einer vertikalen Tumordicke von weniger als 0,75 mm liegen die Heilungschancen bei etwa 95 Prozent. Im Falle einer Metastasierung in umliegende Lymphknoten beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate etwa 40 Prozent, bei Metastasierung in weiter entfernte Lymphknoten und Organe sinkt die Fünf-Jahres-Überlebensrate auf unter zehn Prozent.
 

05.04.2018